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Geschichte - Das kärgliche Mahl - Inspiriert von Picasso

Zwei dünne in Lumpen gekleidete Personen betraten die kleine herunter gekommene Schenke. Der Wirt, der sich über ein stumpfes Glas beugte und dieses zum wiederholten mal mit einem schmutzigen Lappen abwischte, blickte nur kurz auf, um zusehen, wer zu solch früher Stunde seine Schenke betrat. Die beiden verarmt wirkenden Personen setzten sich in die dunkelste Ecke der Schenke, an einen aus groben Bohlen gezimmerten Tisch. Die runzligen, langfingrigen Hände des alten Mannes, glichen Spinnenbeinen und als er mit diesen auf den Tisch klopfte, um den Wirt aus seinem Dämmerzustand zuwecken, klang es als brächen Hühnerknochen. Der Wirt fuhr erschrocken auf und ließ das stumpfe Glas fallen. Dumpf hallte es im dämmrigen Schankraum wieder, als der Krug auf den mit Sägemehl bestreuten Holzbohlen aufkam. Schwer, ein Bein nachziehend, setzte sich der, von Pocken gezeichnete, Wirt in Bewegung. Er fuhr sich mit den speckigen Fingern durch das fettige, ungewaschene Haar und verschränkte dann die Hände hinter dem Rücken.
“Was darf`s denn sein? “, meldete sich der Wirt mit hoher Stimme, die gar nicht zu seinem schwerfälligen Äußeren passte. Der alte Mann befeuchtete sich die spröden, dunklen Lippen und legte seiner dunklen Frau die Hand auf, bevor er sich an den Wirt wand. “Wir haben kein Geld von hier, sondern nur Geld aus unserer Heimat. Würden sie es sich angucken und uns dafür etwas zu essen geben?” Der Wirt nickte und griff gierig nach der goldenen Münze, die der Mann aus der Tasche zog. Prüfend glitten seine speckigen Fingern über die geprägte Münze. Langsam, fast zärtlich strich er über die Münze und biss hinein, um zuprüfen, dass sie wirklich echt war. “Nun ja”, in den Augen des Wirts funkelte die Gier und seine Stimme überschlug sich beinah. “Die Münze ist nicht viel Wert, doch ich könnte euch dafür etwas zu essen und trinken geben.” Der Wirt kratzte sich am Kinn, als würde er überlegen, was er dem Fremden und seiner Frau geben konnte. Er humpelte zurück hinter seinen Tresen, bückte sich schwerfällig und tauchte mit einem Stück Brot, einem Stück Käse und zwei Gläsern billigen Rotweins wieder auf. Er legte das karge Mahl auf den Tisch vor den Fremden. “Ich kann euch nicht viel ,für das wenige Geld, geben, doch ich hoffe es sättigt euren Hunger.” Der alte Mann nickte und schnitt die Gaben in zwei gleiche Hälften. Er und seine Frau aßen schweigend, als sie sich erhoben, nickten sie dem Wirt zu und verließen die Schenke. Sekunden später ertönte wieder dieses Geräusch, als würden Knochen brechen.
Als der Wirt am später seine Schenke verließ, um das fremde Goldstück bei einem Wechsler zutauschen, hörte er nur ein kurzes Sirren, dann verlor er das Bewusst sein und erwachte erst wieder im Büro der Stadtwache. Verwirrt blickte sich der Wirt in der kargen Zelle mit den Holzbänken um. Er fiel wieder in einen tiefen, traumlosen Schlaf und am nächsten Morgen klagte man ihn des Betruges an
11.6.08 11:36
 


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