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Script - Scene 1

Ein leerer Bahnsteig irgendwo in einem Vorort einer Großstadt. Der Tag neigt sich dem Ende zu und mit schlurfenden Schritten tappt ein junger Mann über den Bahnsteig und steuert die einzige verbliebene Sitzreihe an. Die Mütze die er auf dem Kopf trägt, zieht er seufzend von eben jenem und lässt sich auf einen der Sitze fallen. Mit der rechten Hand fährt er sich über das Gesicht und seufzt erneut.


DerJunge(seine Gedanken laut aussprechend): Hmm..was ein Abend..nie wieder...Alkohol löst nichts. Eine Lösung die nichts löst. Hmm..ist ja auch ein Destilat. (Sein Fuß stößt gegen die Wodka Flasche, die dem Betrachter bis dahin verborgen war. Sinnierend und Büchner zitierend.) Wir müssen uns Zeit für die Liebe nehmen, sonst nimmt die Zeit uns die Liebe. Und sowas von einem 25 Jährigen...Pff...Was hat der schon von der Welt gesehen (Mit den Handknochen knackend) Das bleibt von uns. Knochen mehr nicht. Liebe, Einsamkeit, Verrat, Freundschaft. (Zieht einen Zettel hervor und schreibt die Worte auf) Verdammt! Wo ist es? (Seine Taschen abtastend bis er ein Feuerzeug zu Tage befördert und damit den Zettel anzündet..) Mehr Wörter für die Liste. Zeit, Nachdenken, Zeit in der ich wahrscheinlich wieder nur nachdenken werde. Nachdenken über ein Leben, bei dem ich mich frage, ob es sich zu leben lohnt. Alles scheint an mir vorbeizuziehen, wie der Blick aus einem Zugfenster. Ich höre Stimmen der Leute um mich herum, doch ein Teil von ihnen bin ich nicht. Wie ein Schatten meiner selbst, scheine ich zwischen ihnen zustehen. Einsamkeit? Verständnis? Schlagwörter, geschrien in einen leeren Zuschauerraum. Blicke, Worte, Gesten, die nicht erwidert werden. Hass, Trauer, Gefühle? Mehr Wörter auf der Leinwand, niemand der sie liest. Leute, die reden und nichts sagen. Zuhören und nichts verstehen. Gesten benutzen und nichts zeigen. Kann man einen Text schreiben über etwas, dass man nicht versteht? Menschlichkeit? Gefühle? Ich brauche Stille. Stille die ich nirgendwo zu finden scheine. Stille, Abgeschiedenheit, Ruhe. Noch mehr Schlagwörter. (Der Schauspieler verzweifelt, faltet die Hände und geht auf die Knie.) Vergebung, Verzeihung, Tod? In immer schnelleren Kreisen drehen sich die Worte. Verschwimmen zu einem Brei schwarzer, zäher Gedanken, der immer mehr an rot zunimmt. Blutiger wird! Blut auf Papier! Neue Szene. Ein neues Papier auf der Bühne. Neue Wörter oder wieder die alten Sachen? Prinz Einsam. Den alten gegen den neuen Namen getauscht.

14.11.08 21:06
 


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